Einführung

Einführung

Peter Blachstein, geb. 30.4.1911, – Künstler, Jude, Sozialist, Journalist, Eimsbüttler Sozialdemokrat – und wer kennt ihn heute noch?
Die Galerie Morgenland und die NaSchEi-Agentur wollten wissenschaftlich, biografisch die unterschiedlichen Lebensphasen, Brüche, Kompetenzen, historische Leistungen des Peter Blachstein erforschen lassen. Ziel war eine Biografie – unterstützt durch Forschungen von Oberstufenschülerinnen und –schülern aus Eimsbüttel. Interviews mit Zeitzeugen der unterschiedlichen Lebensphasen, privaten, beruflichen und politischen Aktivitäten sollen ebenso Forschungsgegenstand sein wie die noch nicht bearbeiteten Materialien der Archive. Wie konnte ein Mensch so in die Vergessenheit geraten? Was war das Besondere an Peter Blachstein – einem Hamburger, der bis in die Anfänge der siebziger Jahre in Hamburg vielen vertraut war?

Peter Blachstein war ein Mensch, den in Hamburg viele in der Politik Aktive aus den 50ziger, 60ziger und 70ziger Jahren noch kennen (Helmut Schmidt, Hans-Ulrich Klose, Wilhelm Nölling), aber in seiner konkreten Umgebung, in der Nachbarschaft in der er gelebt und gearbeitet hat, wurde er bis jetzt fast totgeschwiegen. Eine erste Veranstaltung mit der Galerie Morgenland, der Eimsbütteler Geschichtswerkstatt, hat Zeitzeugen zusammengebracht, die sich gern und kontrovers an Peter Blachstein erinnern wollten.

Durch die Schülerinnen und Schüler war zu hinterfragen, wie in der Lebenszeit von Peter Blachstein mit der Unterschiedlichkeit und Vielfalt von Menschen umgegangen wurde, ob und was daraus zu lernen ist und was Politiker-Mobbing auch mit der eigenen Lebenssituation zu tun haben kann. Spannung, Neugier, Forschungsinteresse, da Peter Blachstein ein Mensch voller Brüche und Visionen war, die es heute – jedenfalls nur selten – sichtbar für Schülerrinnen und Schüler gibt. Fragen wie:

• Warum beteiligte er sich am Spanischen Bürgerkrieg?

• Was war der wirkliche Grund für die Inhaftierung im KZ? Politische Haltung, sein Jüdisch-Sein, seine mögliche Homosexualität?

• Seine politischen Ansichten nach 1946 sind so aktuell – wie kann das sein?