Das Schulprojekt

Diese Website entstand als Ergebnis einer Kooperation mit dem Gymnasium Corveystraße. Eine Oberstufenprofil hat sich ganz intensiv über ein Jahr hinweg immer wieder mit Peter Blachstein beschäftigt: Die Schülerinnen und Schüler haben in Archiven geforscht, Zeitzeugen interviewt , eine Radiosendung produziert und, und, und…

Warum gerade ein Schulprojekt zu Peter Blachstein?
Schülerinnen und Schüler des Bezirks Hamburg-Eimsbüttel sollten parallel und im Diskurs mit Historikern zu der Person Peter Blachstein forschen, eigene Forschungsfragen entwickeln und eine Forschungsstaffel entwickeln, die weitere Lerngruppen zur Forschung anregt.
Der Mensch Peter Blachstein bietet die Möglichkeit des exemplarischen Forschens in den unterschiedlichsten Gebieten – jedes davon erfordert die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit und den daraus abzuleitenden demokratischen Strukturen und Erfordernissen.

Durch den persönlichen Forschungsschwerpunkt, den sich jede Schülerin, jeder Schüler wählte, kam es zu:
• einer subjektiven Auseinandersetzung,
• durch den Diskurs der (Zwischen-)Ergebnisse zu einer Objektivierung,
• durch Präsentationen und Festlegungen in der Arbeit mit Wikipedia, in der Veröffentlichung innerhalb der Biografie und im Radiofeature zu einer Transferleistung.

Was waren die hauptsächlichen Aktivitäten und Arbeitsformen des Projektes?
• Stoff- und Hintergrundvermittlung durch Lehrerinput
• Entwicklung der persönlichen Forschungsfrage
• Erarbeitung und Umsetzung von Interviews mit Zeitzeugen
• Archivarbeit
• Veränderung des Wikipedia-Eintrags
• Erarbeitung eines Radiofeatures
• Vorbereitung und Umsetzung eines Diskurses mit Zeitzeugen und Historikern

Über welche gewalt- oder unrechtsgeprägten geschichtlichen Erfahrungen oder Ereignisse wurde geschichtliches Wissen angeeignet?
• Verfolgung politischer, jüdischer, homosexueller Menschen während des Nationalsozialismus in Deutschland
• Blachstein als Künstler im Faschismus
• Spanischer Bürgerkrieg
• Stalinistische Verfolgung, Gulag
• Rückkehr nach Deutschland – Umgang mit dem Widerstand
• Judentum im Nachkriegsdeutschland
• Aufbau einer demokratischen Medienlandschaft – Nach Zensur und Unterdrückung
• Entwicklung demokratischer Beteiligungsstrukturen – mit den alten Seilschaften und Faschisten?
• Parteiendemokratie – wie lehrt und lebt man Demokratie nach dem KZ und Gulag
• Homosexualität, § 175
• 3. Weg (1968 Prag und Jugoslawien) und APO
• Machtgefüge in demokratischen Parteien

Was waren die wichtigsten unterschiedlichen Perspektiven mit denen sich die Schülerinnen und Schüler beschäftigten?
• Zeitzeugen-Interviews
• Archivarbeit
• Suchen weiterer Quellen
• Quellendiskussion
• Entwicklung eines Standpunktes, einer Meinung zur Forschungsfrage auf Grund der unterschiedlichen Quellen
• Transferarbeit zu den erforschten Ergebnissen: Was kann gesendet werden, was ist für Wikipedia wichtig, Bearbeitung der Zeitzeugen – Interviews für die Biografie
• Entwicklung einer Forscherrolle für den Diskurs mit Wissenschaft und Zeitzeugen

Die beteiligten Experten waren:
• Zwei Tutoren (Bereich Politik und Geschichte)Herr Güttner und Frau Wacker des Corvey-Gymnasiums in Hamburg-Eimsbüttel
• Ragna Riensberg, NaSchEi-Agentur, Lehrerin und Beraterin für Demokratiedidaktik
• Frauke Steinhäuser, Diplomarchivarin und Historikerin (Geschichtswerkstatt)
• Linnea Riensberg, MA in Journalistik, Kommunikationswissenschaften und Philosophie
• Finn Sörje, Politologe
• Franco Liccione, Medienwissenschaftler
• Philip Voswinckel, Erzieher und Demokratie-Multiplikator
Die Arbeit wurde durch die NaSchEi-Agentur initiiert und koordiniert.

Wichtige pädagogische Leitlinien und Haltungen waren
• Identifikation mit der eigenen Forschungsfrage
• Bereitschaft zum Diskurs mit den anderen Forschern
• Spaß am Aufdecken
• Dokumentation des Forschungsverlaufs
• Bereitschaft über die eigene Haltung zu den erforschten Inhalten zu sprechen
• Erlebte Geschichte im Rahmen der Zeitzeugen-Interviews würdigen, aber sich auch nicht einschüchtern zu lassen
• Ergebnisse zu produzieren
• Arbeiten beenden

Erfolgskriterien:
1. Qualität der Produkte, wie Radio –Feature, Wikipedia-Eintrag und öffentlicher Diskurs z.B. in der Körber-Stiftung
2. Arbeitszufriedenheit alle Beteiligten – strahlende Gesichter in der Fotodokumentation, positive Rückmeldung bei Zwischen-Feedbacks, erfolgreiche Interviews